Sozial- und Geisteswissenschaften in Horizont Europa

Die Integration der Sozial- und Geisteswissenschaften ist ein zentraler Bestandteil von „Horizont Europa“. Sie zieht sich durch alle Programmbereiche.

Inter- und Transdisziplinarität

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Die Verbundforschung in „Horizont Europa“ erfolgt nicht disziplinorientiert, sondern orientiert sich aus inter- und transdisziplinärer Perspektive an aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen, vor denen die Europäische Union steht. Für die Lösung dieser gesellschaftlichen Herausforderungen sind die Sozial- und Geisteswissenschaften einerseits und Akteure und Stakeholder aus der Zivilgesellschaft andererseits unabdingbar.

Bereits im achten Forschungsrahmenprogramm „Horizont 2020" (Laufzeit 2014 - 2020) wurde die programmübergreifende Integration der Sozial- und Geisteswissenschaften unter dem Stichwort SSH Integration (englisch „Social Sciences and Humanities“, kurz „SSH“) verfolgt. Mit Beginn des neunten Forschungsrahmenprogramms „Horizont Europa“ wird die Relevanz der SSH-Disziplinen sowie der inter- und transdisziplinären Verbundforschung noch weiter zunehmen. Insbesondere in den Clustern der Fördersäule „Globale Herausforderungen und industrielle Wettbewerbsfähigkeit“ wird sichtbar, dass SSH-Expertise erforderlich ist. Neben dem primär sozial- und geisteswissenschaftliche orientierten Cluster 2 „Kultur, Kreativität und inklusive Gesellschaft“ finden sich hier viele weitere Beispiele, bei denen die SSH-Expertise relevant ist - etwa die Untersuchung sozioökonomischer Ungleichheiten bei der medizinischen Versorgung (Cluster 1 „Gesundheit“) oder die Analyse der Auswirkungen von Big Data-Technologien (Cluster 4 „Digitalisierung, Industrie und Weltraum”) und des Klimawandels (Cluster 5 „Klima, Energie, Mobilität“) auf die Gesellschaft.

Sozial- und Geisteswissenschaften bei Förderanträgen mitdenken

Der inter- und transdisziplinäre Ansatz zeigt sich ganz konkret bei den Ausschreibungstexten in den Arbeitsprogrammen: Um die in den Topictexten genannten Ziele zu erreichen, wird die Einbindung der Sozial- und Geisteswissenschaften sowie von Akteuren aus der Zivilgesellschaft verstärkt vorausgesetzt. Die Einbindung von sozial- und geisteswissenschaftlicher Expertise wird somit in vielen Topics auch bei der Begutachtung von Projektanträgen betrachtet werden.

Eine besondere Kennzeichnung SSH-relevanter Topics ist, wie schon in „Horizont 2020“, auch in „Horizont Europa“ geplant. Wie genau dieses „SSH Flagging“ zukünftig umgesetzt wird, ist aktuell noch Gegenstand der Beratungen innerhalb der EU-Kommission. Sobald Details dazu veröffentlicht werden, informieren wir Sie an dieser Stelle sowie in unserem Newsletter darüber.

Die Nationale Kontaktstelle Gesellschaft berät Sie gerne bei Fragen zur Einbindung von Sozial- und Geisteswissenschaften in Horizont Europa.

 

Evaluierung der Einbindung von Sozial- und Geisteswissenschaften

Die erfolgreiche Einbindung der Sozial- und Geisteswissenschaften in das Forschungsrahmenprogramm wird regelmäßig von der EU-Kommission evaluiert und in so genannten "Monitoring Reports" veröffentlicht. Diese stehen auf der Webseite des „Publications Office“ der Europäischen Union zur Verfügung.